Musisch-kreative Anregungen




Auf den ersten Blick mögen die wenigen, hier vorgestellten Spiele und Übungen als sehr "simpel" erscheinen. Aber das täuscht! Schon Friedrich Schiller meinte, dass "der Mensch nur spielt, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt" *. So betrachtet erlaubt gerade auch die spielerisch-künstlerische Beschäftigung mit dem eigenen oder dem Leben Nahestehender teils ungeahnte Zugänge zu unseren Emotionen, hilft musisch-kreativ bis dahin verschlossene Herzen wieder peu à peu zu öffnen.

Kreativ sein und werden mit Musik, Bildern, Texten, Sprache, Videos, Tanz und Theater | Beispiele:



Das Wunderschöne an der Musik ist, dass sie keiner Worte bedarf. Es ist eine "Sprache", die alle verstehen, die nicht übersetzt werden muss. Denn sie spricht ganz direkt unser aller Seelen und Herzen* an, wobei mitunter blitzartig Erinnerungen wieder lebendig werden. Das rascher, als das Anderes es jemals vermag. Darin fühlt sich auch das Projekt "Klang und Leben" längst bestätigt. Weist es doch nicht erst seit gestern immer wieder auf die Besonderheit des Musikgedächtnisses und die intensive emotionale Verankerung hin.

Diejenigen, die 1989 Zeuge der Maueröffnung in Berlin wurden, erinnern sich über die Musik der damals spontanen Konzerte noch nach Jahrzehnten an das großartige Gefühl von Freiheit: Mauerfallkonzert in der Berliner Philharmonie | "Ode an die Freiheit" im Konzerthaus | Rockkonzert in der damaligen Berliner Deutschlandhalle

Es bleibt deshalb ganz sicher die große Ausnahme, dass Menschen beim Hören bestimmter Musiktitel keine passende Geschichten parat hätten, die schon immer mal erzählt werden wollte. Der ehemalige Musikredakteur Wolfgang Martin zumindest weiß genug zu erzählen in seinem Buch "Wie die Westmusik ins Ostradio kam". Auch der Schauspieler und Sänger Jan Josef Liefers, der nicht nur von einer, sondern gleich von mehreren Musikerinnerungsgeschichten zu berichten weiß. Mit selbigen - erzählt im Buch "Soundtrack meiner Kindheit" - ging er im Erscheinungsjahr mit seiner damaligen Band auf Deutschlandtour: Rückblick

Das Ausgraben längst verloren geglaubter Freizeitaktivitäten und Hobbys als ein weiterer Aspekt von Biografiearbeit bietet immer auch "Musikspiele" an - wenn auch manchmal nur im weitesten Sinne. Einige können sich dann so gestalten, dass Teilnehmende kleine Musikinstrumente oder ganz einfach nur ihre Lieblingsmusik mit in die Runde einbringen. Ob dabei die Lieder und Tänze live oder aus der Konserve präsentiert werden, spielt keine Rolle. Spiele mit Musik werden in jedem Fall immer zum gemeinsamen Musizieren und Mittanzen motivieren, bei denen sich wie von Zauberhand bis dahin noch bestehende Blockaden lösen.


So womöglich auch geschehen bei angehende Lehrer*innen und bei ihren einst anvertrauten Grundschüler*innen im Rahmen eines "Schattenspiel-Workshops". In diesen Stunden - damals in einer Berliner Schule - wurde nicht nur gesungen, sondern darüber hinaus auch gemeinsam gebastelt: Hintergründe, Tiere aus Zeitungspapier und diverse Utensilien für eine angedachte Schattenspielpräsentation des Kinderliedes "Alle meine Entchen" nach Janosch | 2004

I

Die folgenden Weblinks, mit denen Sie diese Seite vorübergehend verlassen, führen zu ganz unterschiedlichen Übersichten über und mit Kinderliedern:



Unabhängig davon, dass sich unter einer dieser Übersichten auch Fingerspiellieder wie das des "Kleine Apfels" oder "Himpelchen und Pimpelchen" befinden können: Sind erst einmal Musik Streaming Dienste auf Ihrem Computer, Tablet oder Smartphone installiert, können Sie damit unzählige Sounds aus Ihrer Kindheit und Jugend auf dem jeweiligen Gerät abrufen und sofort in voller Länge anhören: Überblick | Streaming-Anbietern



Der Baum als Lebenssymbol ist bei Menschen schon immer beliebt gewesen. Schon deshalb, weil ein Baum, der mit seinen Wurzeln, Stamm, Früchten, Blüten und Knospen die verschiedenen Lebensphasen symbolisiert, mit sehr viel Phantasie ganz unterschiedlich gestaltet werden kann. Bei der Arbeit daran ist das Reflektieren besonders stark ausgeprägt. Je nach Zeit und Lust können ebenso Zeittafeln, Lebensräume oder auch persönliche Landkarten kreiert werden. Letztere beispielsweise gestaltet werden als verweissensitive Grafik - auch genannt Imagemap. Auf dieser Website zu finden unter der Rubrik "Biografie EH | Erwachsen".



Ebenfalls kann über die Menschen nachgedacht werden, die uns prägten. In welcher spielerisch-künstlerischen Form auch immer das geschehen mag. Anrührend und interessant zugleich ist das gemeinsame Auspacken von so genannten Erinnerungskoffern oder Schatzkisten, deren "Fundstücke" immer ihre ganz eigene Geschichte erzählen lassen. Und nicht zuletzt löst das Würfelspiel mit alten Fotografien größte Erheiterung aus.

Zum Schluss noch der Verweis auf die Gestaltung dreier Collagen zum Thema Ich war, ich bin, ich werde sein - einer Phantasiereise, die darauf hinzielt, das eigene Leben mit allen bisherigen Tiefen und Höhen anzunehmen, eine Rückschau und Selbstvergewisserung, eine Arbeit an der eigenen Identität | Anmerkung.




Ein Beispiel dafür, wie achtsames Erleben und Wahrnehmen in der Natur zu einer wunderbaren Möglichkeit wird, um sich zu erden, wieder Verbindung aufzunehmen zu dem, was wichtig ist und daraus Kraft zu schöpfen, kann das Schreiben von Haikus sein. Für diese Gedichtform, die aus drei Zeilen zu fünf, sieben und wieder fünf Silben besteht, fokussiert und hält Anja ihre Empfindungen in kontemplativen Momenten fest, die sie überdies in Verbindung mit ihren eigenen Fotos bringt, um darüber hinaus auch ein Stück des Zaubers und der Schönheit der Natur wiederzugeben.

Über Anjas Weg ...




Was ist ein "Literarischen Selfie"? Gertie Wagerer weiß mehr darüber zu berichten: "Sicher kennen Sie auch diese Momente, in denen alles stimmt innen und außen. Gipfelerlebnisse nannte es Abraham Maslow. Manchmal fallen sie mit bedeutsamen biografischen Ereignissen zusammen: jemand hält um Ihre Hand an, die Prüfung ist geschafft, der Berg bezwungen. Es können aber auch scheinbar ganz unbedeutende Gelegenheiten sein, bei denen jemand wie ich, der gerne fotografiert, die Kamera zücken möchte und zugleich weiß, das Wesentliche kann das Bild nicht festhalten: das Schwingen in der Bauchgegend, den Duft der Föhren, die Gedankenblitze im wohlig-förderlichen Gespräch. Da kam mir die Idee, das doch schreibend festzuhalten und ich nenne diese Momentaufnahmen: "literarische Selfies". Weiterlesen ...



Auf vier Seiten einige wenige Präsentationen von und mit Künstler*innen aus dem Bereichen Malerei, Installation, Fotografie, Tanz und Theater. Beispielsweise von und mit der englischen Malerin Barbara Loftus, dem Schweizer Mats Staub, dem Fotografen Karsten Thormaehlen, der Allrounderin Ines Habich und der irischen Tänzerin Dr. Rionach Ni Neill: