AnschauTipps




Unter dieser Rubrik finden Sie AnschauTipps, die oftmals ganz direkt, manchmal aber auch nur indirekt das Thema der musisch-kreativen Biografiearbeit berühren ...

TAMARA © JHF ZDF Filmuniversität Babelsberg KONRADWOLF YuriSalvador

“Biografien sind nicht verhandelbar”

Mutter und Tochter, beide kommen aus der DDR: Die eine hat sie erlebt, die andere nicht. Tamara ist 1990 geboren. Wie viele aus der Nachwendegeneration verließ sie ihre Heimat und kommt nur zum runden Geburtstag zu Besuch. Doch alles, was sicher schien, zerbröselt innerhalb weniger Tage: Übrig bleiben Tamara und ihre Mutter Barbara. Beide ringen um ihre Beziehungen, die nicht von den gesellschaftlichen Entwicklungen loszulösen sind, in denen die Familie entstanden, gewachsen und zerfallen ist. Jetzt muss sich Tamara dem stellen, wovor sie weggelaufen ist: ihrer eigenen Geschichte. TAMARA, der Film ...


SreenCollage als Link zur ARD-Mediathek

Unter Brüdern - Rock & Pop aus dem Ostblock

Musikredakteur:innen im DDR-Rundfunk waren dazu angehalten, Hörfunksendungen anteilig bis zu 60 Prozent mit Musiktiteln zu füllen, die ihren Urprung in der DDR, der Sowjetunion oder anderen Volksdemokratien hatten. Daran erinnert nach über drei Jahrzehnten auch noch mal die ehemalige Moderatorin und Musikproduzentin Claudia Perez in der filmischen Dokumentation Unter Brüdern - Rock & Pop aus dem Ostblock von Michael Rauhut und Tom Franke - erstmals ausgestrahlt im RBB am 29. November 2022 und abrufbar bis 29.11.2023 in der Mediathek. Musik aus den osteuropäischen „Bruderländern“ kam gut an beim hörenden DDR-Volk. Selbst die vom Rundfunk der DDR als damals größter Produzent von Rock & Popmusik produzierten deutschen Versionen. Allgemein betrachtet wirkten die Musiker:innen inbesondere aus Ungarn und Polen viel weltoffener. Passend dazu der Zeitreisen-HörTipp für Aus den Archiven - "Beatkiste" sowie der LeseTipp für "Beatkiste" (Wiki-Eintrag)

Kommentare des Musikwissenschaftlers Prof. Peter Wicke, des ehemaligen Rundfunkredakteure Olaf Leitner (RIAS) und einstigen Musikchefs von DT64, Wolfgang Martin, erlauben bereits im Film "Nach drüben - Oststars wechseln die Seiten" von 2019 nicht nur eine zeithistorische Einordnung, sondern machen u. a. auch deutlich, wie Musikredakteur:innen im DDR-Rundfunk arbeiteten und in welchem Dilemma sich Rundfunkjournalisten in der DDR täglich befanden. Denn einesteils hatten sie den ideologischen Vorgaben der SED-Spitze zu genügen und gleichzeitig aber sollten sie durch unterhaltsame Programme verhindern, dass die Hörer zu Westsendern abwanderten. Siehe auch "Momentaufnahmen 2019" (Zeitreisen-Nalepafunk)


Anlässlich des 75. Geburtstages von Bettina Wegner im Jahr 2022 wird der Dokumentarfilm "Bettina" von Lutz Pehnert in 75 Kinos gezeigt.

Bettina Wegner, geboren 1947 in Westberlin, aufgewachsen in Ostberlin, mit 36 Jahren ausgebürgert, seither „entwurzelt“. Der Werdegang der Liedermacherin gehört zu den spannendsten Lebensläufen des 20. Jahrhunderts. Es ist der Weg von einem Kind, das Stalin glühend verehrte, über eine hoffnungsfrohe Teenagerin, die mit ihren eigenen Liedern eine Gesellschaft mit bauen möchte, hin zu einer beseelten Künstlerin mit einer unerschütterlichen humanistischen Haltung. So heroisch das klingt, so irre und aberwitzig, mühevoll und traurig, hingebungsvoll und vergeblich ist es in den vielen Dingen des Lebens, die zwischen den Liedern eine Biografie ausmachen. Davon erzählt Bettina Wegner, davon erzählt der Film. Bettina Wegners Leben ist zugleich die Geschichte eines Jahrhunderts; es steckt in ihren Knochen, ihrer Seele, ihren Gedanken – und in ihren Liedern.

Filminhalt | Hintergründe u. a. m.

Trailer zum Film

Anlässlich des Films hat Bettina Wegner den Band „GEBOTE: Lieder und Gedichte aus 40 Jahren“ zusammengestellt. | LeseProbe

"Geschichte festhalten. Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass nichts verloren geht." So u. a. abschließende Worte von Pat im teils sehr unter die Haut gehenden Dokumentarfilm UFERFRAUEN | Lesbisches L(i)eben in der DDR. Pat ist nur eine der sechs ausgewählten Protagonistinnen, die die Regisseurin Barbara Wallbraun für und im Film begleitete.

Die Frauen lebten in Groß- und Kleinstädten in Nord und Süd der ehemals sozialistischen Republik. Und sie haben wahrlich eine Menge zu erzählen: Christiane aus Berlin, Carola aus Dresden, Pat aus Mecklenburg-Vorpommern sowie Elke und Langzeit-Paar Sabine und Gisela aus Sachsen-Anhalt. Die Frauen lassen das Publikum an ihrem damaligen Lebensalltag teilhaben, an ihrem Kampf um Selbstbestimmung, der ersten Liebe, unkonventioneller Familienplanung sowie Konflikten mit der SED und dem Gesetz. So wird ergründet, wie das lesbische Sein unter den Bedingungen des sozialistischen Regimes und seiner Gesellschaft bis heute nachwirkt.

Die portraitierten Frauen blieben sich selbst treu, richteten sich damit jedoch gegen die staatlichen Dogmen und waren deshalb Repressionen ausgesetzt. Uferfrauen vermittelt das omnipräsente Gefühl von der Einsamkeit als Außenseiterin, der gesellschaftlichen Tabuisierung von Homosexualität, dem Zwang nach Konformität und der Anpassung in einem repressiven Staat – ein Leben am (privaten) Rand der Gesellschaft, immer im persönlichen Zwiespalt, ins kalte Wasser zu springen oder am sicheren Ufer zu bleiben. Dabei verfolgten die Protagonistinnen in ihrer Verschiedenheit doch das gleiche Ziel: Die Suche nach dem persönlichen (Liebes)Glück. Salzgeber/Uferfrauen:

Edition "Salzgeber" macht's immer wieder möglich, dass Zeitgeschichte auch über das heimische Abspielgerät zu den Menschen vordringen darf. So auch der Film "UFERFRAUEN", in dem die mit wenig-zarten Strichen animierten Figuren zusätzlich auf einfühlsame Weise für sich sprechen. Wie jene im Screen skizzierte Frau, die sich Elke auf persönlicher Ebene bis zum Lebensende noch wünscht. Weitere Details zum Film bei "Salzgeber" sowie auf der Website zu "Uferfrauen"

Es sei an dieser Stelle an weitere Filme erinnert, die bisherige Blicke auf ein untergegangenes Land in vielerlei Hinsicht weiten lassen dürfen:

Coming out | 1989

Es ist ein Spielfilm von Heiner Carow, der noch von der DEFA in der DDR produziert wurde. Premiere hatte er am 9. November 1989 im Ostberliner Kino "International", an dem Tag, als die Mauer fiel. Im Film muss sich ein junger Lehrer mit seiner eigenen sexuellen Orientierung auseinandersetzen, hat aber nicht die Kraft hierzu. Und so bleibt es nicht aus, dass es in einer Konzertpause im Berliner Schauspielhaus zu einem Eklat kommt, als der Freund auf der Suche nach dem Lehrer Philipp mit dessen Ehefrau zusammentrifft. Weiterlesen ...

Zurück auf Los! | 2000

Der Film ist eine im wiedervereinigten Deutschland gedrehte Tragikomödie des Regisseurs und Schauspielers Pierre Sanoussi-Bliss. Im Fokus steht das tragisch-komische Alltagserleben einer homosexuellen Clique in Berlin/Prenzlauer Berg. "Zurück auf Los!" lief nach seiner Uraufführung auf der Berlinale 2000 auf über 60 internationalen Festivals weltweit, in San Francisco, Montreal, Amsterdam, Sydney und Südafrika. Im Sommer 2022 war der Film erfreulicherweise noch einmal im "Zoo Palast" zu sehen. Weiterlesen ...

In einem Land, das es nicht mehr gibt

"Meine DDR-Vergangenheit passt nicht in das Korsett, welches seit über 30 Jahren angeboten wird." ... so die Filmregisseurin Aelrun Goette. Wie in den Filmen "Lieber Thomas", "Adam und Evelyn" oder auch "Gundermann" will sie in ihrem Film von den ständig eindimensionalen Stasi-Geschichten hin zu Zwischentönen kommen. Ihr Bild des „Landes, das es nicht mehr gibt“ ist sehr bunt und zeigt, dass das andauernde Bedürfnis nach Freiheit selbst in einem Überwachungsstaat bis zu einem gewissen Grade gestillt werden konnte. Weiterlesen ...


"Gerhard Gundermann hat Songs geschrieben, die einen Weg in Köpfe und Herzen von mittlerweile zwei Generationen gefunden haben: Erdig, zerbrechlich, existentiell, manchmal treibend, manchmal innehaltend, kreisend zwischen fröhlicher Anarchie und tiefer Melancholie. " | Die Musik zum Film

„Gundermann war ein ebenso origineller wie widersprüchlicher Künstler. Der überzeugte Sozialist flog aus der Partei, spitzelte für die Stasi und wurde selbst überwacht. Andreas Dresens Film ‚Gundermann‘ stellt den Rockpoeten auf keinen Sockel, sondern setzt ihn seiner Vergangenheit aus. Der einfühlsame Film beschönigt nichts, arbeitet aber sehr genau und differenziert heraus, wie Haltungen entstehen. Ein kluger, aufrichtiger und bewegender Musikfilm über ein gelebtes Leben mit all seinen Idealen, Verstrickungen, Enttäuschungen. Es ist Zeit für solche Filme über die DDR.“ Zitat: Knut Elstermann | Filmkritiker Einige der Lieder von Gundermann hat Alexander Scheer für den Kinofilm komplett neu eingesungen. Unterstützt wird er von einer Band, die lange Jahre gemeinsam mit Gisbert zu Knyphausen auf Konzertbühnen und in Studios stand.




Weitere seit vielen Jahren zusammengetragene AnschauTipps mit meist weiterführenden Weblinks - beginnend mit 1989 | siehe auch ... :




Deutsche Geschichte zwischen Mauerfall und deutscher Einheit: Im Niemandsland

DEUTSCHSTUNDE in den Kinos ab August 2018

Weissensee | Ku' damm 50er und 60er Jahre | Gundermann | Familie Brasch

DEFA-Verbotsfilme | Details || Strawalde | Jürgen Böttcher

Maria muss packen | Trailer

60 x Deutschland - Jahresschaufilme von 1949 bis 2008 | Details bei der bpb || Fernsehserien

Ich stand auf Schindlers Liste | Trailer | Info

Vergissmichnicht | Eine Siebenjährige schreibt sich selbst Briefe, die sie erst an ihrem 40. Geburtstag lesen wird | Trailer

Geschichte im Ersten: HERstory

Quellen des Lebens | Ein Dreiteiler als Anlass zum Fragen, Hinterfragen, zum Intensivieren des Dialogs zwischen den Generationen | Trailer

Unsere Mütter, unsere Väter | Trailer | Wikipedia

Kinder des Ostens | MDR-Doku

Das Adlon. Eine Familiensaga | Trailer| Wikipedia |

Nokan – Die Kunst des Ausklangs | Details