Ein kostbares Geschenk




Zu Hause Abschied nehmen können.Meiner Mutter wurde dieses wunderbare Geschenk zuteil.


Nach dem Tod meines Vaters Paul Heller zu Beginn des Jahres 2011 betreute und pflegte ich meine hochbetagte Mutter bis zu ihrem Ableben im Mai 2012 rund um die Uhr in meiner kleinen Berliner Wohnung | i. B.: Ostercollage 2011 als Grußkarte.

Bis heute bin ich überaus dankbar für diese, in vielerlei Hinsicht so einzigartig gemachten Erfahrungen, auch wenn einige davon insbesondere in den letzten Monaten ihres Lebens, in der meine Mutter schwerstpflegebedürftig wurde, selbst an meine eigene Substanz gingen.

Dass ich dennoch oder trotzdem meine Mutter bis zu ihrem letzten Atemzug begleiten, sie bei mir zu Hause in meinen Armen sterben durfte, betrachte ich als ein ganz großes Lebensgeschenk. Genauso, wie ich bis heute die Geburt meines inzwischen erwachsenen Sohnes als ein solches empfinde.

Letzte Momentaufnahmen aus einer Zeit, in der meine Mutter nochmals richtig aufblühte. Nicht zuletzt deshalb, weil die tragischen Auswirkungen der Fehldiagnose Demenz durch den Einsatz aller damals in Berlin Beteiligten erfreulicherweise bis auf ein Mindestmaß reduziert werden konnten. Einige LeseTipps sowie Schutz-Hinweise vor Entrechtung durch medizinische Gutachten und gesetzliche Betreuung | Irrwege erkennen.


Berliner Momentaufnahmen | Elisabeth Heller | Musik: Dag Reinbott*


Es war eine Zeit, in der meine Mutter wieder lernte, Treppen zu steigen, was ihr wiederum ermöglichte, zusammen mit mir und ihrem geliebten roten Rolli durch die Stadt zu spazieren. Wider Erwarten bekam sie sogar noch mal Lust, ihr Französisch und Stenografie aufzufrischen. Eines Tages wagte sie sich gar an meinen Laptop. Briefe und anderes verfasste sie allerdings dann doch lieber handschriftlich.

Auch wenn sie es liebte, mir beim Klavierspielen besser zuzuschauen und dabei mitzusummen, z.B. dann, wenn ich mich mit den Sätzen eins und zwei der folgenden Diabelli-Sonatina versuchte, reizte es meine Mutter hin und wieder schon, sich doch noch mal selbst ans Klavier oder Keyboard zu setzen. Für Spotify-Nutzer zum Hören: Sonatina in G-Major, Op. 151, Nr. 1: II. Scherzo: Allegro, Wolfgang Brunner, Leonore von Stauss

Am liebsten aber hörte sie einfach nur Musik. Dabei stand nicht nur zu meinem Erstaunen "Ein Freund, ein guter Freund" in einer recht ungewöhnlichen Version ganz vorn auf ihrer Liste.

Freudige Erinnerungen meiner Mutter u. a. an das Jahr 2001. Das Jubelpaar Inge und Paul feierte damals zusammen mit der stark gewachsenen Familie in Ost und West die "Diamantene Hochzeit". Eines der so zahlreichen Geschenke zum Fest war mitsamt Lebensbaum eine sehr persönlich gehaltene Mappe mit Kurzgeschichten ihrer fünf Geborenen aus deren frühesten Kindertagen. Neugierigen sei ein Klick auf folgende Abbildung empfohlen:



2017 verstarb ihr Sohn Johanne Heller*